Netzentgelte und CO2-Abgabe – Das Kostenkarussell dreht sich weiter

Die privaten Haushalte in Deutschland müssen im kommenden Jahr fast elf Prozent mehr für die Netzentgelte beim Strom bezahlen. Für typische Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden steigen die Netzentgelte 2024 voraussichtlich um 10,6 Prozent oder 1,03 Cent pro Kilowattstunde, heißt es in der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine kleine Anfrage der Unions-Bundestagsfraktion. Sie liegt der „Rheinischen Post“ vor. Die Netzentgelte machen damit bereits mehr als ein Viertel der gesamten Stromkosten aus. Der weitere Anstieg der Entgelte belastet nicht nur private Haushalte, sondern auch zunehmend gewerbliche Kunden und die Industrie.

Des Weiteren hat die Bundesregierung Details des Klima- und Transformationsfonds beschlossen. Im kommenden Jahr steigt der nationale CO2-Preis deutlich – was das Tanken und Heizen mit fossiler Energie verteuert.

Die Bundesregierung will den CO2-Preis für das Tanken und Heizen mit fossilen Brennstoffen im kommenden Jahr deutlich erhöhen. Der Preis soll nach übereinstimmenden Medienberichten zum 1. Januar auf 40 Euro pro Tonne steigen. Derzeit liegt er bei 30 Euro.

——————————————————————————————————————-

Mit einer eigenen PV-Anlage bzw einer Heizalternative lässt sich Abhilfe und Kostenregulierung schaffen.

Lass dich gern von uns beraten zu deinen Möglichkeiten.

Künftige Finanzierungsvorteile für Unternehmen durch ökologische Aspekte bei der SAB

Die Sächsische Aufbaubank legt seit geraumer Zeit seinen Fokus in der Finanzierungsvergabe auf wirtschaftliche und soziale Aspekte. Künftig rückt der Fokus auch mehr auf Bemühungen im Nachhaltigkeitsbereich. Unternehmen, welche Bemühen im Rahmen nachhaltiger Maßnahmen zeigen, können künftig mit einem Nachhaltigkeitsbonus rechnen. Nachhaltigkeitsberichte, Energiemanagementsysteme oder die Umstellung auf erneuerbare Energien sind dabei effiziente Maßnahmen.

Wir unterstützen Ihr Unternehmen gern im Rahmen einer Energieberatung sowie in der Umsetzung nachhaltiger Projekte. Kommen Sie mit Ihren Vorstellungen gern mit uns ins Gespräch.

Quelle: 04-2023 Wirtschaft Südwestsachsen, Seite 10

Steuerentlastung für energieintensive Industrie wird gestrichen

blank

Die Bundesregierung hat den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2023 und Finanzplan bis 2027 am 5. Juli beschlossen. Die Ausgaben des Bundes sollen im kommenden Jahr rund 30 Mrd. Euro niedriger ausfallen.

Auf der Streichliste des Finanzministeriums stand auch der milliardenschwere Spitzenausgleich für produzierende Unternehmen. Über das seit 2013 existierende Instrument konnten sich Betriebe bis zu 90 Prozent der Aufwendungen für Strom- und Energiesteuern zurückholen. Der energie- und stromsteuerliche Spitzenausgleich ist ein sehr wichtiger Entlastungsanspruch für die Industrie sowie das verarbeitende Gewerbe. Vom Spitzenausgleich profitierten laut Bundesregierung bis zu 9.000 Unternehmen. Seit 2013 müssen Unternehmen, um den Spitzenausgleich geltend zu machen, ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem implementiert haben.

Die Entlastung betrug zuletzt 1,7 Mrd. Euro. Im Jahr 2021 hatte das Finanzministerium angekündigt, das Instrument überarbeiten zu wollen. Die Ampel-Koalition hatte den Spitzenausgleich 2022 aber noch für ein weiteres Jahr verlängert.

Das Wirtschaftsministerium hingegen will einen Industriestrompreis in Höhe von 6 Cent pro Kilowattstunde einführen.

„Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck hat ein Arbeitspapier zum Industriestrompreis vorgelegt. Das Konzept unter dem Titel „Wettbewerbsfähige Strompreise für die energieintensiven Unternehmen in Deutschland und Europa sicherstellen“ schlägt einen zweistufigen Industriestrompreis vor. Der Minister will über den Vorschlag mit verschiedenen Akteuren – etwa dem Bündnis Zukunft der Industrie, den Energie- und Wirtschaftsministerinnen und -minister der Länder sowie Parlamentsvertretern zeitnah den Austausch suchen.“(1)

Allerdings stellt Herr Habeck eine Bedingung: Betriebe, die von dem günstigen Strom profitieren wollen, müssen sich dazu verpflichten, bis 2045 klimaneutral zu sein. Des Weiteren ist der Industriestrompreis an Tarif- und Standorttreue gebunden.

Die Situation am Energiemarkt bleibt für produzierende Unternehmen weiterhin spannend.

Wir halten euch zur Thematik auf dem Laufenden.

(1) https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2023/05/20230505-habeck-legt-arbeitspapier-zum-industriestrompreis-vor.html